Was mir aufgefallen ist: Die typischen Ratgeber für Laufeinsteiger beginnen erst bei Kapitel zwei. Von den weitläufigen Tipps zur Lauftechnik profitieren diejenigen, die nach den ersten drei, vier Läufen am Ball geblieben sind und sich ein Stück weit bereit fühlen, in die Welt der Running Junkies einzutauchen. Bei vielen endet die Laufkarriere jedoch, bevor der Ball überhaupt ins Rollen gekommen ist. Tragisch. Und völlig unnötig. Die Phase, in der eine mögliche Hassliebe zum Laufen erst noch zu einer heißen Liebe heran reifen muss, ist eine sehr kritische. Hier ist ein sensibler Umgang gefragt. Man kann sich selbst ein bisschen austricksen und sollte dabei durchaus strategisch vorgehen.

Mein Tipp für alle, die mit dem Laufen anfangen wollen: Sofort loslegen, bevor der Impuls verfliegt. Nicht erst anfangen, lange Ratgeber über einen ökonomischen Laufstil, die perfekte Atemtechnik oder Trainingsmethoden zu lesen. Natürlich gibt es viele hilfreiche Tipps, gerade für Einsteiger. Die größte Hürde sind jedoch die ersten Schritte und diese sollten meiner Meinung nach so schnell wie möglich hinter sich gebracht werden. Meinetwegen mit einer schlechten Körperhaltung, Schnappatmung oder in völlig idiotisch gewählter Kleidung – solange die innere Haltung (Attacke!) stimmt, hast du alles richtig gemacht. Keinesfalls sollte man ein Motivationshoch sitzend bei Recherchen vor dem Monitor verpuffen lassen. Schließlich kann man nie wissen, wann das nächste kommt. Na gut, zwei Minuten Theorie vor deinem großen Durchbruch als lokale Laufgröße im Wald oder Park deines Vertrauens sind okay.

Hier kommen meine persönlichen, meist unterschätzten Top 5 Anfänger-Tipps:

1. Laufpartner suchen

Such dir einen Laufpartner, nicht nur, um dich an Verabredungen halten zu müssen und weil es zu zweit mehr Spaß macht. Ihr habt euch sicher viel zu erzählen. Das ist ein zuverlässiger Parameter für das optimale Einstiegstempo – solange ihr entspannt plaudern könnt, mutet ihr eurem Körper nicht zu viel zu.

2. Langeweile vermeiden

Langeweile kann tödlich für deine gerade erst aufgekeimte Laufkarriere sein. Wenn Du Punkt eins streichen kannst, dann mach dir eine bombensichere Playlist, die dich mindestens eine halbe Stunde bei Laune hält.

3. Dehnen ist überbewertet

Wenn du dehnen total öde findest, dann trübe deine Stimmung bloß nicht vor dem Lauf damit. Mittlerweile gilt das Dehnen vor dem Laufen als überbewertet und sogar überholt, auch wenn ein paar Dehnübungen danach nicht schaden können. Mit stolz geschwellter Brust dehnt es sich übrigens gleich viel geschmeidiger.

4. Schlummermodus beachten

Laufen macht munter und bringt den Stoffwechsel auf Touren. Höchstwahrscheinlich wirst du unmittelbar nach deinem Run nicht schlafen können und fühlst dich dann am nächsten Tag schlapp. So kommt man nicht in den Flow. Zwischen Nachtruhe und dem Lauf sollten mindestens zwei Stunden liegen.

5. Am Mindset schrauben

Kein Jogger hat immer Lust zu laufen. Aber stets motivierte und erfolgreiche Läufer haben einen Schalter im Kopf umgelegt – sie nehmen das positive Gefühl nach den zurückgelegten Kilometern einfach vorweg und sagen sich: Nach dem Laufen fühle ich mich besser! Und damit haben sie recht.