Heute hieß es für viele Berliner: Race day! Ob beim kultigen Kreuzberger Viertelmarathon oder der traditionellen „Generalprobe“ beim SportScheck-Lauf in Steglitz, laufbegeisterte Hauptstädter fanden sich zu Scharen in den Startblöcken ein. Bei vielen, die sich gerade für den Marathon im September in Höchstform bringen, stand einer der beiden Läufe sogar schon lange fest im Trainingsplan. Es ist absolut empfehlenswert, vor einem großen Rennen wie einem Marathon oder Halbmarathon kleinere Wettkämpfe mitzunehmen.

Unter Wettkampfbedingungen läuft es sich einfach anders und so ein offizielles Rennen liefert einen guten Messwert, um zu sehen, wo man gerade steht. Die meisten laufen im Wettkampf schneller als unter Alltagsbedingungen. Es gibt verschiedene wissenschaftliche und zum Teil höchstkomplizierte Rechenbeispiele für das Berechnen einer realistischen Wettkampfzeit, allerdings tickt ja doch jeder Mensch anders. Es ist unmöglich, daraus eine allgemein gültige Formel zu schnüren.

Die Tagesform und das Wetter spielen wie viele andere Faktoren eine nicht unwichtige Rolle. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich ungefähr 15 Sekunden pro Kilometer schneller laufe, wenn die Zeit offiziell zählt. Dabei habe ich nicht einmal das Gefühl, dass ich grundsätzlich schneller als im Training laufen kann. Der größte Unterschied scheint mir zu sein, dass ich ein höheres Tempo länger halten kann und das auch relativ schnell spüre, nachdem ich ohnehin zügiger gestartet bin als sonst.

Der Status Quo ist aber nicht der einzige Grund, kleinere offizielle Rennen vor einem großen mitzunehmen. Während es sich dort meistens schneller läuft, treten allerdings auch unangenehme Probleme häufiger auf, zum Beispiel ein nervöser Magen. Wer das Trinken im Laufen nicht im Training geübt hat (unbedingt machen!), verliert eventuell unnötige Zeit an den Trinkstationen. Überpacen auf den ersten Kilometern kann einen mit hoher Wahrscheinlichkeit um die angestrebte Zielzeit bringen, denn das rächt sich nur all zu gerne auf den hinteren Kilometern. Deswegen: Am besten schon jetzt an die Wettkampfsituation gewöhnen, routiniert werden und den Körper einschätzen lernen.