Du dachtest im vergangenen Frühling, dass es Zeit geworden ist, um an der Strandfigur zu arbeiten, hast #BOOSTBERLIN für dich entdeckt und bist in den kommenden Monaten zur echten Läufernatur geworden? Vielleicht hast du sogar dein erstes offizielles 10-Kilometer-Rennen gemeistert. Gratulation, sehr gut gemacht! So oder ähnlich gehen viele Erfolgsstories einstiger (selbst ernannter) Couch Potatoes, die man im Community-Umfeld zu hören bekommt. Egal aus welchen Gründen die einzelnen Personen mit dem Laufen angefangen haben, eines haben sie alle gemeinsam: Das Laufen wurde zur Routine gemacht, es ist Gewohnheit geworden. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Ziemlich unspektakulär für das Umwerfen eines ganzen Lifestyles, ich weiß. Diese Konditionierung ist das Erfolgsrezept eines jeden Läufers. Routine birgt aber auch immer die Gefahr, dass Langeweile aufkommt, wenn keine neuen Reize die Motivation kitzeln. Zu allem Überfluss verleiten uns jetzt die immer kühler werdenden Temperaturen dazu, öfter mal auf dem gemütlichen Sofa – dem Nährboden der gemeinen Couch Potato – liegen zu bleiben. Ich bin alarmiert und rate zu Präventivmaßnahmen.

Leider ist es schwieriger, eine Form zu halten als diese aufzubauen. Das kann ich euch als Quartals-Durchstarterin und -Durchhängerin sowie langjährige ab-Montag-wird-alles-anders-Predigerin versichern. Vielleicht habt ihr auch schon gemerkt, dass die Motivation gerade nachzulassen droht. Der Laufsommer ist vorbei und die Herbsttemperaturen fordern den inneren Schweinehund heraus. Eine Sauerei ist das. Es wäre doch zu schade, wenn sich jetzt all die Mühen der vergangenen Monate in Luft auflösen würden. Natürlich muss man nicht das ganze Jahr über in Topform sein, aber einen gewissen Rhythmus zu wahren tut Körper und Geist gut. Meistens ärgern wir uns ja auch selbst, wenn wir mal wieder einen Lauf haben sausen lassen oder merken, dass der Trainingszustand nachlässt. Um die Motivation gerade jetzt hoch zu halten, sollten wir sie mit neuen Zielen herausfordern. Bei vielen zieht ein Wettkampf (zum Beispiel der Berliner Halbmarathon im April) als Ziel oder aber einfach 5 Kilometer mehr am Stück laufen zu können.

Auch ein Tempowechsel kann neuen Schwung in die Sache bringen. Die meisten haben ihre Lieblingsrouten, die sie im bewährten Wohlfühltempo laufen. Wenn du problemlos 10 Kilometer in einer guten Stunde läufst, wäre es doch ein netter und greifbarer Anreiz, sie mal in unter einer Stunde zu reißen. Vorschlag: Variiere das Tempo nach Lust und Laune (Fahrtspiel), baue schnellere Laufabschnitte ein oder gehe sogar systematisch vor (z. B. 1 km zügig, 2 km entspannter und wieder von vorne). Ich bin mehr der Typ für dieses idiotensichere System, bei dem man die Uhr weitestgehend außer Acht lassen kann: Laufe 30 Minuten in eine Richtung und versuche, in 27 Minuten wieder zurück zum Startpunkt zu laufen. Es gibt viele Möglichkeiten, um die Laufroutine abwechslungsreich und spannend zu halten. Die kleinen Erfolgserlebnisse, die wir dabei erleben, motivieren nur noch mehr. Im eisigen Winter kommt dann der eigentliche Härtetest, aber daran denken wir jetzt noch nicht. Und bis dahin überlege ich mir eine schlagkräftige Motivationsrede für euch.