(English summary below) Mieses Wetter, Ratlosigkeit bei der Wahl des Laufoutfits, frühe Dunkelheit – zugegeben, es ist nicht besonders knifflig, zu dieser Jahreszeit Gründe zu finden nicht laufen zu gehen. Es ist auch ziemlich leicht, im launigen November total daneben zu liegen und sich zu warm oder zu kalt anzuziehen. Trotzdem solltest du dein Training jetzt nicht schleifen lassen. Es gibt zu viele gute Gründe, um sich im Spätherbst die Laufschuhe zu schnüren.

Gute Laune
Laufen macht bekanntlich glücklich und gerade wenn es so früh dunkel wird, können wir jeden zusätzlichen Endorphin-Ausstoß gut gebrauchen. Die kurzen Tage in Herbst und Winter verursachen einen Lichtmangel und der Körper produziert nachweisbar geringere Mengen des „Glückshormons“ Serotonin. Beim Laufen werden jedoch Endorphine, ebenfalls als Stimmungsmacher bekannt, freigesetzt. Die Folge: Du fühlst dich ausgeglichener und entspannter und beugst nebenbei einer Winterdepression vor.

Perfekte Lauftemperaturen
Die kühlen Temperaturen im Herbst bieten die idealen Laufbedingungen, ganz besonders für das Tempotraining. Die Luft ist klar und der Wind kühlt angenehm. Wärme oder Hitze sind dagegen eine Spaß- und Leistungsbremse. Nicht ohne Grund finden so viele große Laufveranstaltungen wie die Marathons in Berlin, München und Frankfurt im Herbst statt.
Pluspunkt für Allergiker: Die Herbstluft ist weitestgehend frei von Pollen.

Boost für das Immunsystem
Wenn drinnen viel geheizt wird, ist das zwar gemütlich, aber es macht dich auch anfälliger für Erkältungen. Aber: Temperaturunterschiede trainieren die Abwehrkräfte des Körpers. Laufen unter freiem Himmel ist also perfekt, um die Produktion der körpereigenen Abwehrstoffen anzukurbeln. Besser kannst du dich nicht für den Kampf gegen Viren und Bakterien rüsten.

Neue Herausforderungen
Der Herbst ist ideal, um neue Herausforderungen anzunehmen und Routinen zu durchbrechen. Und wer jetzt mit dem Laufen anfängt, kann als Anreiz auf einen der vielen 5, 8 oder 10 Kilometer langen Fun Runs im Herbst und Winter hin trainieren. Neujahrs- und Pfannkuchenläufe mit leckeren Belohnungen warten zum Beispiel um Silvester herum. Wer schon länger dabei ist, kann jetzt ruhig mal vom geraden Weg abweichen, den Fuß vom Gaspedal nehmen und durch Trail Running oder Querfeldeinläufe die Koordination, Kondition und Muskulatur trainieren. Neue Trainingsreize versüßen jede Workoutroutine und machen dich besser.

Laufform halten
Es wäre doch auch ärgerlich, die mühsam über den Sommer antrainierte Laufform zu verlieren. Wie schnell passiert das eigentlich? Etwa 2,5 Stunden Training in der Woche genügen, um die Ausdauer zu erhalten, also etwa zwei bis drei Läufe. Im Idealfall sollten diese eine lange Einheit von über einer Stunde und ein Schnelligkeitselement wie Intervalle oder zum Beispiel einen Tempodauerlauf von 2 x 10 Minuten mit Trabpause enthalten.

Wenn uns das Wetter im Winter schließlich tatsächlich einen Strich durch die Rechnung macht, greift Plan B, der eigentlich ein Masterplan ist. Wir gehen ans Eingemachte und trainieren spätestens dann unsere Schwächen: Muskelkraft (insbesondere im Core), Mobilität, Flexibilität. We’ve got 99 problems, but Ausdauer ain’t one!

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As the days are getting shorter low motivation becomes a bigger topic. We say now is the perfect time for running. Here’s why: Running leads to the release of endorphines (happiness hormones), which helps you to stay happy during the shorter and darker days. Running boosts your immune system. The colder weather is great for tempo sessions and a strong running performance. There’s a reason why so many big races like Berlin Marathon fall into this season. No matter if you want to start running or improve your skills, autumn is perfect for both. It’s a great time for taking on new challenges with some fun races waiting for you at the end of the year. Last but not least: You don’t want to lose your good form – you have worked hard for it! 2,5 hours training per week are enough to keep it. Maybe you want to try something new like trail running? Go for it.

Foto: Tim Peukert