Mittwoch ist ein Tag in der Woche, an dem viele ein bisschen extra Motivation gebrauchen können. Deswegen bin ich für die Abschaffung des Worts zum Sonntag und für die Einführung einer Mittwochs-Volksansprache. Ich bin überzeugt, dass das ein großer Schritt hin zu einer besseren Welt wäre. Ich fange mal an: Zunächst einmal ein Hoch auf alle Runner, die (vielleicht sogar zusammen mit #boostberlin?) gerade erst mit dem Laufen angefangen haben. Gebt mir fünf! Ihr tut viel für eure Gesundheit, Berlins Ruf als eine der heißesten Läufermetropolen der Welt und natürlich einen knackigen Arsch (sagen wir es, wie es ist).

Ich habe mich in den vergangenen Wochen viel mit Neueinsteigern unterhalten und dabei ist mir aufgefallen, dass es offenbar zwei Sorten von zukünftigen Elite-Runnern gibt: den Weltherrscher und den Weltuntergängler.

Zu den Weltherrschen zählen diejenigen Lauf-Neulinge, die sich für jeden zurück gelegten Kilometer feiern, als hätten sie die Weltherrschaft an sich gezogen. Dabei dienen Tempo-Parameter nicht als Messwerte für den eigenen Erfolg. Was zählt, ist jeder zurück gelegte Meter, egal ob im Schneckentempo oder beim Downhill-Sprint im medizinisch grenzwertigen Maximalpulsbereich. Etwaige Messfehler der GPS-gesteuerten Running-App zu Gunsten des Läufers werden wohlwollend zur Kenntnis genommen und als persönliche Errungenschaft verbucht. Korrekt. Das finde ich völlig legitim.

Dann gibt es den Weltuntergängler, auch bekannt als Miesepeter, Schwarzmaler oder Nihilist in Turnschuhen. Egal wie es läuft, im Grunde läuft es immer schief. Die eigene Leistung ist nie gut genug und jede Laufpause wird als persönliche Niederlage empfunden. Während der Weltherrscher Pausenzeiten nutzt, um Selfies in seiner neuen fancy Laufmontur auf Facebook zu posten, vergleicht der Weltuntergängler seine Performance mit der Spitzenleistung des sich rein von grüner Superfood-Pampe ernährenden Arbeitskollegen beim letzten Firmenlauf. Oh no. Bitte nicht!

Meine Meinung: Misserfolg ist ein Wort, dass Laufanfänger sich im Zusammenhang mit ihren ersten Schritten als Jogger gleich aus dem Kopf streichen sollten. Denn: War die Route nicht zu bewältigen, dann war grundsätzlich die Strecke doof. Am Anfang wollen einen Muskelkater in Muskeln, von deren Existenz wir vorher zum Teil gar nichts wussten, ausgehende Puste, vermeintlich arrogant guckende Läufer in nerdigen Profischuhen und viel zu kurzen Hosen (ich glaube, in Wahrheit sind sie genau so am Kämpfen wie wir) oder schmerzende Blasen an den Füßen die Motivation nehmen.

Aber in diese Fallen werden wir nicht tappen. Und ich kann euch versprechen: Es wird (schon sehr bald) alles einfacher und besser. Und irgendwann kann jeder so viele Kilometer laufen, dass er in den Genuss des berühmten Glückshormon-Rauschs beim Laufen kommt, der tatsächlich kein Mythos ist. Bis dahin halten wir die Laune eben mit Schokolade oben.

Danke fürs Zuhören. Ich bin dann mal weg. Muss die Welt retten.